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Uralter Weinbau in Neef von Franz Josef Blümling
Ob die vorchristlichen Kelten bereits Weinbau betrieben haben, kann nur vermutet werden. Die Kelten hatten schließlich die Weinfässer erfunden, um Weintransporte vornehmen zu können. Auf dem sich hervorhebenden Berg Hochkessel hatten sich die Gallier, wie die Kelten auch genannt wurden, angesiedelt. In Nava, dem heutigen Neef, nannten sie eine Sandbank in der Mosel Grava. Von dort aus könnten sie Weinfässer zum Transport gebracht haben.

Seit der Römerzeit wird nun an der Mosel kontinuierlich Weinbau betrieben – s hierzu Beitrag unter der lfd. Nr. 4 dieser Chronik. Diese Entwicklung ist auch in Neef nachvollziehbar und lässt sich bestätigen über die Auffindung von Relikten (lfd. Nr. 5) und auch durch die Deutung von Flurnamen ((lfd. Nr. 6).

Bereits aus der nachfolgenden Frankenzeit gibt es nun die ersten urkundlichen Bestätigungen eines Weinbaues in Neef. So hat König Dagobert I. während seiner Regierungszeit (629 bis 639) dem St.-Arnulfstift in Metz ein Weingut in Naves (Neef) geschenkt. Dieses lag im südlichen Steilhang des Petersberges und war eine vormalige römische Villa. Solche Anlagen wurden von den fränkischen Königshäusern übernommen. Da die übernommenen Gebäude schon aus festem Steinmaterial gebaut waren, wurden die Anlagen „bourg“ genannt. So nennt sich diese bevorzugte Weinlage noch heute „Burgberg“.

Dieser kam, aus welchen Gründen auch immer, dieser Metzer Domkirche abhanden und erscheint nun anno 698 als Gründungsgut des Klosters Echternach und zwar in einer Schenkungsurkunde der hl. Hermine. Im Jahr 875 verfügt König Ludwig der Deutsche, dass Navis (so in der Urkunde genannt) der Abtei St. Arnulf für deren Weinkeller zurückerstattet wird. Als diese Verfügung nicht eigehalten wurde, ordnete sie König Karl III. 875 nochmals an und wurde schließlich durch Bischof Ruotbert von Metz vollzogen. Das Allodium Navis gehört wieder der Bischofskirche in Metz. Der Besitz des Weingutes in Neef wird St. Arnulf 1049 in einer Güterliste bestätigt. Die Metzer Kirche verkaufte nun das Neefer, welches dieser zuvor König Dagobert I. geschenkt hatte – wie es in der Urkunde so ausgedrückt wird.

Von nun an gibt es laufend urkundliche Überlieferungen, die Wein und Wingerte zum Thema haben. S. dazu auch die Chronologie dieser Chronik. Weine aus guten Lagen dienten den Kirchen als Messwein. Solcher Wein musste stets naturbelassen sein, und so besaßen Klöster und Kirchen stets die besten Weinlagen. Der Ort Neef hätte in der Geschichte kaum eine Rolle gespielt, wenn es nicht die optimale Weinbergslage, die sich heute Frauenberg nennt, gegeben hätte. In der nachfolgenden Zeit wurden jedoch auch andere Hänge in Neef mit Weinreben bepflanzt. Es residierten in der Burg am Moselufer Grafen und Ritter, welche das Gericht ausübten. Der Durst der Adelsleute war aus heutiger Sicht schon fast unermesslich. Bis zu 12 Flaschen Wein sollen sie täglich getrunken haben! Das Kloster Stuben wurde gegründet. Von Anfang an erhielt es Weinberge zur Ausstattung. Das Kloster Arnstein hatte ebenfalls seit seiner Gründung Weinberge in Neef – später auch das Koblenzer Stift St. Florin, wie auch das St.-Willibrordus-Gotteshaus in Echternach.

Doch wie war der weitere Verlauf des Weingutes im „Burgberg“? Es war mittlerweile ein Ortsbezirk von Neef geworden, den es noch im Jahr 1251 gab und der in einer Urkunde mit „Rumpenheim“ bezeichnet wird. Rumpenheim am Main führt den Begriff „Rumpen“ auf die Rupfstätte eines römischen Kastells zurück. Und dies trifft auch für die Siedlung auf dem Südhang des Petersberges zu. Sie lag unterhalb des heutigen „Eulenköpfchens“. Allerlei Funde stellen dies unter Beweis. Zudem hatte dieser Ortsbezirk eine eigene Kirche mit einem Friedhof. Und als so um 1140 der Bau einer neuen Kirche für Neef anstand, waren es der Sage nach wunderhafte Engel, die das Material auf den Petersberg brachten. Es war wohl das Material, das aus römischen Baurelikten bestand und schon dort oben lag.

 
 
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