| Ob
die vorchristlichen Kelten bereits
Weinbau betrieben haben, kann nur
vermutet werden. Die Kelten hatten
schließlich die Weinfässer erfunden, um
Weintransporte vornehmen zu können. Auf
dem sich hervorhebenden Berg Hochkessel
hatten sich die Gallier, wie die Kelten
auch genannt wurden, angesiedelt. In Nava,
dem heutigen Neef, nannten sie eine
Sandbank in der Mosel Grava. Von dort aus
könnten sie Weinfässer zum Transport
gebracht haben. Seit der Römerzeit
wird nun an der Mosel kontinuierlich
Weinbau betrieben s hierzu Beitrag unter der lfd.
Nr. 4 dieser Chronik. Diese
Entwicklung ist auch in Neef
nachvollziehbar und lässt sich
bestätigen über die Auffindung von
Relikten (lfd. Nr. 5) und auch durch
die Deutung
von Flurnamen ((lfd. Nr. 6).
Bereits aus der nachfolgenden
Frankenzeit gibt es nun die ersten
urkundlichen Bestätigungen eines
Weinbaues in Neef. So hat König Dagobert
I. während seiner Regierungszeit (629
bis 639) dem St.-Arnulfstift in Metz ein
Weingut in Naves (Neef) geschenkt. Dieses
lag im südlichen Steilhang des
Petersberges und war eine vormalige
römische Villa. Solche Anlagen wurden
von den fränkischen Königshäusern
übernommen. Da die übernommenen
Gebäude schon aus festem Steinmaterial
gebaut waren, wurden die Anlagen
bourg genannt. So nennt sich
diese bevorzugte Weinlage noch heute
Burgberg.
Dieser kam, aus welchen Gründen auch
immer, dieser Metzer Domkirche abhanden
und erscheint nun anno 698 als
Gründungsgut des Klosters Echternach und
zwar in einer Schenkungsurkunde der hl.
Hermine. Im Jahr 875 verfügt König
Ludwig der Deutsche, dass Navis (so in
der Urkunde genannt) der Abtei St. Arnulf
für deren Weinkeller zurückerstattet
wird. Als diese Verfügung nicht
eigehalten wurde, ordnete sie König Karl
III. 875 nochmals an und wurde
schließlich durch Bischof Ruotbert von
Metz vollzogen. Das Allodium Navis
gehört wieder der Bischofskirche in Metz.
Der Besitz des Weingutes in Neef wird St.
Arnulf 1049 in einer Güterliste
bestätigt. Die Metzer Kirche verkaufte
nun das Neefer, welches dieser zuvor
König Dagobert I. geschenkt hatte
wie es in der Urkunde so ausgedrückt
wird.
Von nun an gibt es laufend urkundliche
Überlieferungen, die Wein und Wingerte
zum Thema haben. S. dazu auch die
Chronologie dieser Chronik. Weine aus
guten Lagen dienten den Kirchen als
Messwein. Solcher Wein musste stets
naturbelassen sein, und so besaßen
Klöster und Kirchen stets die besten
Weinlagen. Der Ort Neef hätte in der
Geschichte kaum eine Rolle gespielt, wenn
es nicht die optimale Weinbergslage, die
sich heute Frauenberg nennt, gegeben
hätte. In der nachfolgenden Zeit wurden
jedoch auch andere Hänge in Neef mit
Weinreben bepflanzt. Es residierten in
der Burg am Moselufer Grafen und Ritter,
welche das Gericht ausübten. Der Durst
der Adelsleute war aus heutiger Sicht
schon fast unermesslich. Bis zu 12
Flaschen Wein sollen sie täglich
getrunken haben! Das Kloster Stuben wurde
gegründet. Von Anfang an erhielt es
Weinberge zur Ausstattung. Das Kloster
Arnstein hatte ebenfalls seit seiner
Gründung Weinberge in Neef
später auch das Koblenzer Stift St.
Florin, wie auch das St.-Willibrordus-Gotteshaus
in Echternach.
Doch wie war der weitere Verlauf des
Weingutes im Burgberg? Es war
mittlerweile ein Ortsbezirk von Neef
geworden, den es noch im Jahr 1251 gab
und der in einer Urkunde mit
Rumpenheim bezeichnet wird.
Rumpenheim am Main führt den Begriff
Rumpen auf die Rupfstätte
eines römischen Kastells zurück. Und
dies trifft auch für die Siedlung auf
dem Südhang des Petersberges zu. Sie lag
unterhalb des heutigen
Eulenköpfchens. Allerlei
Funde stellen dies unter Beweis. Zudem
hatte dieser Ortsbezirk eine eigene
Kirche mit einem Friedhof. Und als so um
1140 der Bau einer neuen Kirche für Neef
anstand, waren es der Sage nach
wunderhafte Engel, die das Material auf
den Petersberg brachten. Es war wohl das
Material, das aus römischen Baurelikten
bestand und schon dort oben lag.
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